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Travail

Jedes Mal, wenn ich in meinem Kunstsamtbeutel Glänzegold finde, gibt es Überraschungen & Zeichen. So kann es geschehen, dass drei Stück enthalten sind: Eins hat zum Beispiel Zinken wie ein Kamm, das verspricht Schönheit oder Läuse, je nachdem. Oder ein kleiner runder Napf, der genau auf die Spitze meines Zeigefingers passt, und ich muss sofort nähen. Zeigefinger – Zeigefinder! Oder eine kleine Goldmaschine aus vielen Teilen, die fein tickt – eine Bombe, eine Uhr? Oder winzige, goldene Taschenlampen, die man ein- und ausschalten kann, wenn man die Schalter findet und trifft, sicherlich Symbole für die Epoche der Aufklärung. Oder ein Glänzecolt aus Glänzegold, zum Mückenschießen. Oder, oder, oder. Glänzegold kann auch vulgär sein, man macht sich kein Bild. Aber normal gehe ich mit den schönen, wertvollen, jugendfreien Stücken auf den Markt und tausche sie ein. So habe ich mir als Naturfreund viele kleine, goldene Bäume ertauscht; es sind Exemplare von verschiedenen Arten dabei, fein ziselisiert und erkennbar. Wenn ich den Miniaturwald auf seinem eigenen Tisch im Sammlungszimmer funkeln sehe, ist es mir immer eine Freude. Ich habe aber auch Käfer, medizinische Geräte im Kleinstformat und maßstabsgerechte Planeten aus unerforschten Sonnensystemen. Sie wiegen schwer in meiner Hand, sie werden warm, und ich kann rätseln und leben.

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Ich bin Schriftsteller, Journalist und Fotograf. Meine
Biographie ist langweilig, mein Leben ist es nicht.

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Die Arbeit an Homepages habe ich immer sehr mühsam gefunden.