Nachtportier-combinel


Pressestimmen zu Der Brief des Nachtportiers

Dorothee Hermann, Schwäbisches Tagblatt, 4.6.2019

Doch der 1967 im Saarland geborene Autor bewegt sich noch auf ganz anderem literarischem Terrain: Er schreibt auch Gedichte. Vor kurzem hat die Berliner Edition Monhardt sie in einer schmalen, eleganten Ausgabe zusammengefasst. Es sind Gedichte, in denen Züge fahren und in denen uralte "Eroberer" umgehen, und die auch bedenken, wie schnell sich eine Kultur zerschlagen lässt, wenn "ein schönes Stück" hart aufgesetzt wird ("Pseudogriechische Keramik"). (…) Besonders faszinieren jene Gedichte, in denen durch kunstvolle Reduktion jedes Wort kostbar wird. (…) Dann kann sich das lyrische Ich sogar dem Schutz des Zartesten anvertrauen: "Ich gehe unter Blüten, / denn so ist es sicher", heißt es in einem Gedicht. Und es bleibt offen, ob es die Blüten sind oder das Schreiben, das vor Raubtieren ebenso bewahrt wie vor verrückten Heiligen, wenn Hammerschmitts "Feinalchemie" am Werk ist. (…) Der studierte Literaturwissenschaftler und Philosoph versteht sich auch auf Liebesgedichte, auf das gemeinsame Atemholen zwischen bösen Träumen ("Sauerstoff"), während die Hitze wie ein grober Steinblock im Zimmer steht, als hätte sie sich verdichtet zu einer schweren, lastenden Gegenständlichkeit.

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